Ein kleiner Schlag mit dem Duschhahn …

Falls ihr euch wundert, was ein Duschhahn mit meinem Leben zu tun hat – abgesehen von der Temperatur Einstellung des Wassers – dann seid herzlich eingeladen, weiter zu lesen.

Ja, es passierte als ich unter der Dusche stand. Wie so oft in letzter Zeit ertappe ich mich dabei, wie meine Gedanken zwischen verschiedenen Tagträumen hin und her springen. Ich “erspinne” verschiedenste Realitäten. Alles dreht sich um die Frage: “Wie könnte die Welt wohl sein, wenn ich endlich aktiv werden würde und in meinem Element wäre?” Ja, an Optionen mangelt es mir nicht. Doch oft passiert dann weiter nichts. Ich stelle mir vor, wie es wäre – und anstatt diese genialen Ideen in die Tat umzusetzen, bin ich frustriert weil die Welt eben nicht so ist wie in diesem Tagtraum.

Ja, apropos Träume. Wer kennt sie nicht? Und doch gibt es wohl auch Menschen die entweder nichts träumen – sehr zu meiner Faszination. Denn ich hab wahrlich genug davon. Manchmal schon zu viele. Es passiert mir manchmal, dass ich morgens aufwache und grantig bin, weil ich wieder in dieser Welt die sich “Erde” nennt, gelandet bin. Und oft ist die irgendwie anders als im Traum.

Gestern Abend habe ich überlegt, wie es wohl meinen Weggefährten so geht und was sie so treiben. Facebook und Instagram sind ja wunderbare Quellen, um über den eigenen Gartenzaun zu schauen. Und bekanntlich wächst das Gras ja bei den anderen immer grüner als im eigenen Garten. Endergebnis war: Frustration. Warum sind die denn so aktiv? Warum schaut auf den Bildern alles so schön aus? Warum sind die mit tollen Menschen zusammen? … Und ich?

Jedenfalls kam dann der Duschhahn ins Spiel. Während ich so dusche merke ich, dass der Abfluss ein wenig verstopft ist. Wie schon hunderte Male vorher beuge ich mich nach unten um ihn zu reinigen. Plötzlich beim Aufstehen – Bam! Autsch! Puh … Ich sitze am Boden. Beim Aufstehen hab ich mir richtig stark den Kopf gestoßen und musste mich erst mal hinsetzen. Auf den Boden der Tatsachen. Es kam mir so vor als wäre ich plötzlich aus meinem eigenen Traum gerissen worden.

“Ich bin nicht hier um das Leben anderer zu leben. Ich bin nicht hier um das Leben anderer zu beobachten. Ich bin hier um mein eigenes Leben zu leben.” / “It’s not about you being me, it’s about you being you.”

Barbara Engel

In dem Hörbuch “Der kleine Buddha: Auf dem Weg zum Glück” von Claus Mikosch habe ich neulich eine Geschichte gehört. Sie handelte von einer blinden Hexe, die immer von den Menschen aufgesucht wird, weil sie in Lebenskrisen hilft die Wahrheit ans Licht zu bringen. Doch durch diese Wahrheit allein verändert sich noch nicht wirklich etwas. Es erfordert Mut und Kraft, die neuen Gedanken auch Wirklichkeit werden zu lassen.

Ich merke, dass der ausgefahrene Weg der vor mir liegt irgendwie einfacher ist. Die Räder rollen automatisch voran – und es erfordert Energie, den neuen Weg zu gehen auf dem vorher noch niemand gegangen war. Gavin McCormack, ein Australischer Schuldirektor, hat vor ein paar Tagen folgendes auf LinkedIn gepostet, als Antwort auf die Frage von Kindern, welche Option denn die beste wäre:

“Wähle immer die Option aus, die dir am meisten Angst macht, die Option von der du das Gefühl hast sie sei am schwierigsten. Denn das ist die Option die dir das meiste abverlangt und die dir die größte Gegenleistung geben wird. ” / “Always choose the option that scares you the most, the option that you feel is the most difficult, because this option will require the most from you and will give you the greatest return.”

Gavin McCormack

Auch dieser Gedanke hat mich zum Nachdenken gebracht. Denn in den Tagträumen die ich vor mir her trage gibt es auch so einige Dinge, die mir Angst machen und mir Respekt einflößen. Ich habe es ehrlich gesagt noch nie so betrachtet, dass diese Angst nicht nur etwas ist was ich selbst erschaffe, sondern, dass die Angst auch ein Indikator für das Wachstumspotential sein kann.

Die Hexe in Claus Mikosch’s Buch meinte auch, dass es in jeder Krise zwei Möglichkeiten gibt, wie wir sie betrachten können. Wir können sie als Problem sehen, oder als Möglichkeit. Und dazu gehört für mich auch, dieser Angst jetzt aktiv gegenüber zu treten und ihr nicht nur in meinen Tagträumen zu begegnen.

Ja, dieser Schlag auf den Hinterkopf erhöhte wahrlich nicht nur mein Denkvermögen, sondern auch meinen Mut, aktiv zu werden. Danke für den Perspektivwechsel und die Erinnerung.

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